Lesereihe Schnittstellen 2025

Schnittstellen – Wortorte in Kunsträumen 2025
Neue Literatur in Frankfurt an ungewöhnlichen Orten
Poesie, Prosa, Spoken Word, Performance, Musik, Kunst
„Schnittstellen“ ist eine Lesereihe, die seit 2024 aktuelle Literaturprojekte in Frankfurter Kunsträumen präsentiert. Auch 2025 suchen wir an unterschiedlichen, spannenden Orten in Frankfurter Stadtteilen wieder Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Formen und Szenen von Literatur und nach Möglichkeiten der Grenzüberschreitung.
Wir präsentiere Bühnenpoesie, poetische Kurzfilme, Schriftperformance, Schnittstellen zwischen Vergangenheitsbewältigung und Architektur, zwischen Rhythmus und Botschaft, Texte zur Identität, Texte zum politischen Sprechen ebenso wie mörderisch spannende Krimis.
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Fr 14.3.2025, 19:30
Premiere 2025: Spoken Word trifft Kurzfilm
Miedya Mahmod, Silvia Sauer
Moderation: Dirk Hülstrunk, Michael Bloeck
Kunstverein Familie Montez, Honsellstraße 7, 60314 Frankfurt/M. – Ostend
Miedya Mahmod zählt mit einem assoziationsreichen Mix aus Spoken Word, Kurzgeschichte und Lyrik zu den spannendsten literarischen Stimmen der jungen Generation in Deutschland. 2024 sorgte Mahmod mit einem Auftritt bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur (Bachmannpreis) in Klagenfurt für intensive Diskussionen. Bereits 2023 wurde they mit dem Jurypreis des Open Mike Wettbewerbs in Berlin ausgezeichnet. Mahmod ist zudem Teil des Künstlerinnenkollektivs parallelgesellschaft, der Lesebühne Aufruhrgebiet – die revolutionäre Vorlesedemo und gibt das LytterZine, ein innovatives Magazin für Twitterlyrik mit heraus.
https://www.instagram.com/socialmiedya/
https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257220/
Silvia Sauer bewegt sich als vielseitige Stimm-Performerin und Jazzsängerin an der Schnittstelle von Musik, darstellender Kunst und Performance. Mit ihrem Projekt „Very Short Stories“ nähert sie sich der Literatur aus einer außergewöhnlichen Perspektive: Mit Stimme und Live-Loops vertont sie selbst animierte Kurzfilme zu literarischen Texten und Zitaten. In Kombination mit eigenen Songs, Klangstücken und Improvisationen entsteht ein einzigartiges, poetisches Notizbuch aus Klängen, Bildern und Texten.
https://www.silviasauer.de/
Sa. 12.4.2025, 19:30 Uhr
Die Welt sind wir
Hiroko Takahashi, Anjali George, Dorina Ciubotaru, Susanne Konrad
Moderation: Michael Bloeck
Be Poet Off Space, Langenhainer Str. 26, 60326 Frankfurt Gallus
Vier Autorinnen lesen Gedichte und Geschichten von Herkunft und Ankunft, von Normalität und Abweichung und von den Versuchen, einen Platz in der Welt zu finden.
Susanne Konrad hat Romane über psychische Gesundheit, Liebe und das Älterwerden geschrieben. Hiroko Takahashi, Anjali George und Dorina Ciubotaru kommen aus Japan, Indien und Moldawien. Sie lernten sich in Schreibwerkstätten kennen. Ihre unterschiedlichen Migrationserfahrungen verarbeiten sie in deutschsprachiger Lyrik. Während der Lesung ist auch die Ausstellung: „Holzschnitte und neue Drucke“ von Ruth Luxenhofer zu sehen.
https://www.fr.de/panorama/vom-mut-zu-schreiben-frauen-aus-fuenf-laendern-erzaehlen-ihre-geschichten-92459411.html
https://www.susanne-konrad.de/
Fr. 9.5.2025, 19:30 Uhr
Riskantes Schreiben
Tanja Leonhardt & Sigrid Artmann, Dirk Hülstrunk, Michael Bloeck
Moderation: Dirk Hülstrunk
Atelier Frankfurt, Schwedlerstraße 1-5, 60314 Frankfurt Ostend
In der ungewöhnlichen kalligrafischen Schriftperformance „Riskantes Schreiben“ von Tanja Leonhardt und Sigrid Artmann steht der körperliche Akt des Schreibens im Raum im Mittelpunkt und wird im wahrsten Sinne des Wortes ebenso „stofflich“ wie riskant.
https://www.atelierleonhardt.de/PerformanceLeonhardtArtmann.htm
In Grenzgebiete der Sprache wagt sich auch der Lyriker und Soundpoet Dirk Hülstrunk hervor. Mit Hilfe von Loopmaschinen sucht er nach den Worten hinter den Worten und leuchtet den Zwischenraum zwischen Sprache und Klang aus.
Das aktuelle Jubiläum „100 Jahre Neues Bauen“ in Frankfurt, nimmt der Autor und Bildende Künstler Michael Bloeck zum Anlass, sich auf die Suche nach den Gebäuden zu machen, die heute nicht mehr im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Mit lyrischer Prosa stellt er Fragen nach vergessenen Funktionen und Geschichten von Architektur.
„Riskantes Schreiben“ wird auch das Thema eines gemeinsamen Gespräches der Autor:innen und Künstler:innen sein.
Achtung! Der ursprünglich angekündigte Autor Sebastian Moll, kann an diesem Abend nicht anwesend sein. Die geplante Lesung aus seinem aktuellen Buch „das Würfelhaus“ wird voraussichtlich im Oktober nachgeholt.
Do. 26.6.2025, 19:30 Uhr
Hinter den Fassaden – Open Air Krimiabend
Sonja Rudorf, Alexander Pfeiffer
Live Spannungsmusik: Martin Lejeune
Moderation: Dirk Hülstrunk
ChamissoGarten, Chamissostraße 38, 60431 Frankfurt – Dornbusch
Hochspannung unter freiem Himmel im verwunschenen ChamissoGarten. Im Frankfurt Krimi „Faule Mieten“ von Sonja Rudorf ermittelt eine Therapeutin im Milieu von Immobilienhaien einen Mord im Frankfurter Sinaipark.
https://www.sonja-rudorf.de/
Der Wiesbadener Krimiautor und Friedrich-Glauser-Preisträger Alexander Pfeiffer widmet sich in seinem jüngsten Roman „Terrorballade“ dem düsteren Vermächtnis der Roten Armee Fraktion (RAF). Ein Text mit Sprengkraft.
https://www.alexanderpfeiffer.de/
Für die spannende musikalische Begleitung sorgt der vielseitige Frankfurter Jazzmusiker, Komponist und Multiinstrumentalist Martin Lejeune.
https://www.martinlejeune-jazz.de/
Fr. 26.9.2025, 19:30
Suchen, Finden, Verlieren
Texte, Performance, Ausstellung
Mit Nora Gomringer und Brandstifter
Moderation: Dirk Hülstrunk
Pop Up Art Space Salon Schlitz, Am Alten See 6, 60489 Frankfurt
Nora Gomringer gehört zu den wichtigsten deutschsprachigen Dichterinnen ihrer Generation, eine Künstlerin und Sucherin mit vielen Gesichtern und Projekten. Lyrikerin, Spoken-Word-Poetin, Erzählerin, Essayistin, Rezitatorin, Dozentin, Videopoetin, Social-Media-Influencerin und Direktorin des Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg. In ihren Texten und interdisziplinären Projekten hat sie immer wieder überraschende neue Herangehensweisen an schwierige Themen entwickelt. In ihrem brandaktuellen autobiografischen Roman „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“ (Voland & Quist, Sept. 2025) sucht und findet sie neue Wege, mit Verlust, Tod und Trauer umzugehen.
https://nora-gomringer.de/
Facettenreich ist auch das einzigartige Werk des interdisziplinären Aktionskünstlers Brandstifter. Performance, Collagen, Musik und Texte verweben sich bei ihm zu einem anarchischen konzeptuellen Gesamtkunstwerk. Das Suchen und Finden ist für Brandstifter ein zentrales Motiv. Für sein Langzeitprojekt „Asphaltbibliotheque“, das er seit 1998 in zahlreichen Stipendien und Artist-Residencies in Chicago, New York, Paris, Wien oder Rajasthan inszeniert hat, liest er im öffentlichen Raum Bilder und Texte auf, die andere verloren haben. Im Salon Schlitz wird er nicht nur ausgesuchte Fundtexte performen. Unter dem Titel „Thursday Morning Automatic Poetry Transcriptions“ präsentiert Brandstifter lettristische Textbilder im Schaufenster des Salon Schlitz.
http://www.brand-stiftung.net/
Bereits zum 2. Mal ist die Lesereihe Schnittstellen zu Gast im Pop Up Art Space „Salon Schlitz“ – einem ehemaligen Friseursalon in Frankfurt-Rödelheim (nur 5 Min. von der S-Bahn-Station-Rödelheim) https://www.oliverlauberger.de/2019/07/10/salon-schlitz/
Do. 30.10.2025, 19:30
Schatten Licht – Von New York nach Frankfurt
Alissa Walser, Sebastian Moll
Galerie Heussenstamm Stiftung, Braubachstr. 34, 60311 Frankfurt
Alissa Walser – Schriftstellerin, Übersetzerin, Malerin – hat in Wien und New York Malerei studiert, Romane, Lyrik, Essays und Kurzprosa veröffentlicht und lebt heute im Frankfurter Umland. Bekannt wurde sie mit dem Roman Am Anfang war die Nacht Musik, der unter dem Titel Licht verfilmt wurde. Ihre poetischen Kurzprosa-Texte – wie zuletzt im Band Eindeutiger Versuch einer Verführung – zeichnen sich durch präzise Beobachtungen und einen feinen Sinn für das Absurde im Alltag aus.
Sebastian Moll, aufgewachsen im Rhein-Main-Gebiet, lebt seit über 25 Jahren in New York. Als Journalist berichtet er auch für deutsche Medien über Kultur und Sport. Mit seinem autobiografischen Romanessay Das Würfelhaus kehrt er literarisch in die Heimat und das Haus seiner Kindheit zurück. Moll beleuchtet nicht nur die dunklen Schmuddelecken im Keller des Vaters, sondern denkt auch über die Verdrängungsfunktion von Architektur nach.
Hinweis: Eigentlich hätte Sebastian Moll bereits im Mai bei unserer Veranstaltung „Riskantes Schreiben lesen sollen, musste aber kurzfristig absagen. Wir freuen uns, dass er jetzt für diese Veranstaltung direkt aus New York kommt.
Sa. 31.1.2026
Heimat Klima Sprache
José A. Oliver, Samuel Kramer
Live Musik: Nickels°on
Moderation: Dirk Hülstrunk
Atelier Frankfurt, Schwedlerstraße 1-5, 60314 Frankfurt
In der Abschlußveranstaltung der 2. Staffel „Lesereihe Schnittstellen“ möchten wir die Spannungsverhältnisse zwischen Sprache, Identität und Protest erkunden.
José A. Oliver ist ein Schwarzwälder Dichter, Essayist und Kulturvermittler mit andalusischen Wurzeln. Das Aufwachsen zwischen den Kulturen und Sprachen hat ihm eine besondere Sensibilität für subtile Bedeutungsverschiebungen und eine Liebe zum multilingualen Sprachspiel mitgegeben. In seinem Schwarzwälder Heimatort Hausach organisiert er seit 1998 das renommierte Literaturfestival „Hausacher Leselenz“. Von 2022-2024 war er Präsident des PEN-Deutschland. Oliver ist ab Herbst 2025 neuer Stadtschreiber von Bergen Enkheim.
https://oliverjose.com/
Der Offenbacher Spoken Word Poet, Philosoph und Klimaaktivist Samuel Kramer beweist, dass sich politisches Engagement und literarische Komplexität nicht widersprechen müssen. Wortgewaltig und sensibel, sprachspielerisch und ernstlich erschüttert ergründet Kramer in seinem lang erwarteten ersten Lyrikband „Endlich Regen“ die Möglichkeiten politischer Gedichte in einer Welt, die von multiplen Katastrophen, unterirdischen Slogans und siedenden Träumen bestimmt wird. 2021 war er Gewinner des renommierten Open Mike Berlin und des „Wortmeldungen“ Literaturpreises. 2020 gab er mit „Poetry fort he future“ ein der eindrucksvollsten Anthologien aktueller poetischer Texte zum Klimawandel heraus.
https://samuelkramer.de/
nickels°on – Alltags und Protestlieder
Entstanden 2021 auf einer Eckcouch im Odenwälder Modautal. Dagegen sein, was im Alltag so alles abgenickt wird. Musik mit Tiefgang, Haltung und Mundwinkel oben. nickels°on sind Jacqueline und Andreas Nickel an Gitarre, Ukulele und Gesang. Sie zeigen, dass Protestlieder nicht plakativ sein müssen, sondern witzig und entspannt sein können.
https://www.nickelsonprotest.de/
Veranstalter der Lesereihe Schnittstellen ist der Verein Kulturnetz Frankfurt e.V., der seit 2006 Kultur- und Sozialprojekte in Frankfurt organisiert. Kuratoren sind Dirk Hülstrunk und Michael Bloeck, die beide schon lange als Autoren, Klangkünstler und Bildende Künstler zwischen den Genres unterwegs sind. Bereits 2008/2009 haben sie gemeinsam die erste Frankfurter Lesebühne „Wortundklangbildstelle“ veranstaltet.
https://www.dirkhuelstrunk.de/de/
http://bepoet.de/uber-bepoet/bepoet/
Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt vom Kulturamt Frankfurt.


